Ringstraße

Beginn der Route: Třída Československé armády 275
Erstes Objekt: Palmengarten
Jan Kotěra, 1911
Öffentlicher Verkehr: Muzeum (BUS 11, 12, 13, 16, 17, zelená; TROLEJBUS 3, 7)
Adalbertinum (BUS 5, 11, 14, 15, 16, 17, 18, 23, TROLEJBUS 2, 6)
GPS: 50.210364, 15.829764, stáhnout GPX nebo KML
Länge der Route: 2,5 km, 45 min
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Nach 1895, als die Stadt Hradec Králové nach Abtragung der Festungsanlage neue Baugrundstücke bekam, entstand die Idee der Ringstraße, auf der sich die wichtigsten öffentlichen Institutionen, Kultureinrichtungen (wie ein Theater) und kirchliche Bauten befinden sollten. Diese sollten in Blockbebauung durch Mietshäuser ergänzt werden. Der Rundgang beginnt an der Kreuzung der Straßen V Kopečku, Plackého und Třída ČSA, in der Nähe der funktionalistischen Sparkasse von František Dus sowie des Hotel Grand mit Palmengarten, den Jan Kotěra im Jahr 1911 entwarf, und des später umgebauten Mietshauses, entworfen von Josef Gočár. In dem von den Straßen Třída ČSA, Palackého, Kotěrova und Divišova umschlossenen Häuserblock befinden sich viele Mietshäuser, an denen die Entwicklung der modernen Architektur dokumentiert wird. Das Haus der Kreisvertretung (Architekt: Jan Kotěra) aus den Jahren 1903–1904 und das gegenüberliegende Eckhaus von Ladislav Tvrzský (Architekt: Rudolf Němec) sind im Jugendstil verziert, während das eigene Haus von Václav Rejchl jun., das Gebäude der Bezirksjugendfürsorge und das Palais der Ersten Wechselseitigen Unfallversicherung (Architekten: Jindřich Freiwald und Jaroslav Böhm) zeigen, wie sich die Architektur in den 1920er Jahren änderte. Das Haus von František Steinfeld (Architekt: František Bartoš) aus den Jahren 1932–1933 zeigt wiederum das neue, avantgardistische Konzept städtischen Wohnens. Auf der anderen Straßenseite der Třída ČSA wird die Blockbebauung von zwei Häusern aus der Vorkbriegszeit (Architekt: Bohumil Waigant) abgeschlossen, die den verschiedenartigen Geschmack der Bauherren aus Hradec Králové dokumentieren. Wenn man Richtung Žižkovy sady weitergeht, kommt man vorbei an dem monumentalen Gebäude der ehemaligen Militärdirektion (Architekt: Jan Rejchl), das vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Es folgt das konstruktivistische Objekt mit Kreis- und Finanzamt (Architekt: Josef Gočár), das in der Mitte offen ist; einen Block weiter an der Ecke befindet sich die Synagoge mit der jüdischen Schule. Die Synagoge mit Kuppel und Eckturm stellt den Höhepunkt der jüdischen Emanzipation dar. Das Konzept dieses Sakralbaus folgt dem Geist der orientalischen Symbolik. Ein Beispiel für die monumentale Architektur der Zwischenkriegszeit bildet das Gebäude des Kreisgerichts (Architekt: Václav Rejchl jun.). Die in der Nähe gelegene Kirche der evangelischen Glaubensgemeinschaft (Architekt: Oldřich Liska) verkörpert das liberal-gläubige moderne Hradec Králové. Die gegenüberliegende Villa von Emilie Waldeková-Kmochová (Architekt: František Janda) ist ein weiteres Beispiel für modernes, luxuriöses Wohnen, das sich Anfang der 1930er Jahre durch lapidare Architektur zu manifestieren begann und bei dem Funktion und Komfort im Vordergrund standen. Ein Beispiel für die Architektur, die rein funktionalistischen Konzeptionen folgt und die Ästhetik von Stahlbetonkonstruktionen betont, liefert auch die Treppe, die von der Ringstraße zur Marienkirche in der Altstadt führt. Josef Gočár plante sie im Jahr 1909 und ihr souveränes Aussehen stieß auf rege Kritik. Das letzte Gebäude an der Ringstraße ist die Telefon- und Telegrafenzentrale, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde (Architekt: Jan Rejchl). Dieses Projekt beweist, dass Rejchl – und eine Reihe weiterer Architekten aus Hradec Králové – an die hohe Qualität der Architektur der Zwischenkriegszeit anzuknüpfen versuchte.